Greenwashing erkennen und vermeiden
Was ist Greenwashing?
Greenwashing beschreibt den Versuch von Unternehmen, sich durch Werbung, Label oder Aussagen ein umweltfreundliches Image zu geben, ohne dass die beworbenen Maßnahmen tatsächlich einen relevanten Nachhaltigkeitseffekt haben. Für Kund:innen ist das oft schwer zu erkennen – und hier können Sie als Reiseberater:in aktiv unterstützen.
Ein Beispiel
Strohhalme aus (Alt-) Papier klingen umweltfreundlicher als Plastikstrohhalme, verursachen aber weiterhin hohe Mengen an Abfall, denn auch sie werden nach der Nutzung entsorgt. Wiederverwendbare Strohhalme oder der Verzicht auf Strohhalme sind ein Zeichen für echtes Nachhaltigkeitsbestreben.
Gut zu wissen!
Mit der neuen EU-Richtlinie Empowering Consumers Directive (EmpCo) wird ab September 2026 Greenwashing gesetzlich verboten. Unternehmen müssen künftig klare, überprüfbare Nachhaltigkeitsaussagen treffen. Vage Angaben zu Umwelt- oder sozialen Themen, Naturschutz, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, ethisches Verhalten sind dann strafbar.
Woran Sie Greenwashing erkennen können
Unklare Begriffe
Fehlende Transparenz
Eigenkreierte Labels
Überbetonung einzelner Maßnahmen
Komplexe Ausgleichs- versprechen
Welche der folgenden Beispiele sind Greenwashing, welche nicht?
Ziehen Sie die Beispiele in die Box, die Greenwashing beinhalten.
Handlungsempfehlungen
Bedarfsanalyse nutzen
Eine gute und umfassende Bedarfsanalyse zeigt Ihre Expertise, baut Vertrauen auf und hilft Ihnen dabei ein individuelles Angebot auf die Bedürfnisse Ihrer Kund:innen zu erstellen. Fragen Sie Ihre Kund:innen bspw. welche Annehmlichkeiten, Dienstleistungen und Umgebung sie sich von der Unterkunft wünschen. Nutzen Sie auch die Formulierungshilfen von Lara.
Nachhaltigkeit von Anfang in Angebot berücksichtigen
Inkludieren Sie direkt den Klimaschutzbeitrag mitsamt Versicherung, Mietwagen, Ausflügen etc. Erst später mit „Zusatzkosten“ zu kommen, bedeutet weitaus mehr Überzeugungsarbeit leisten zu müssen.
Nachhaken
Fragen Sie bei Veranstaltern nach, welche unabhängigen Zertifikate oder Standards hinter einem Angebot stehen oder was konkret an Maßnahmen umgesetzt wird.
Positive Alternativen anbieten
Machen Sie Ihren Kund:innen bspw. auf Unterkünfte mit dem STAYFAIR-Siegel aufmerksam und erklären Sie kurz seine Bedeutung (siehe auch Kapitel 3.4).
Kund:innen sensibilisieren
Erklären Sie, dass echte Nachhaltigkeit ein Qualitätsmerkmal ist und viele Bereiche umfasst – von Energie und Wasser über faire Arbeitsbedingungen bis hin zu Biodiversitätsschutz.
Eigene Erfahrungen nutzen
Wenn Sie selbst schon in einer nachhaltig zertifizierten Unterkunft waren oder mit einem:einer Veranstalter:in positive Erlebnisse gemacht haben, teilen Sie diese Eindrücke. Das schafft Vertrauen. Berichten Sie auch von Ihren gemachten Erfahrungen, sei es Kund:innen, Kolleg:inne, Bekannten oder auch über Social Media.
Bewerben Sie nachhaltige Angebote
Um an Nachhaltigkeit und Klimaschutz interessierte Klientel als Kund:innen zu gewinnen, sorgen Sie mit Ihrem Außenauftritt dafür, dass diese Reiseart einen prominenten Platz in Ihrem Schaufenster, der Bürowerbung, Ihrem Newsletter und Social Media Auftritt bekommt. Dann kommen die Kund:innen gezielt auf Sie zu und fragen danach.